Projekte 

FpG - Projekt 7


Psychotherapeutische Weiterbehandlung nach Entlassung aus der psychiatrischen Klinik: Wer bekommt die Empfehlung und wie wird sie realisiert?

 Projektleiter
 Projektpartner 
 Hintergrund
 Methodik
 Fragestellungen


Projektleiter:

Prof. Dr. Tilman Steinert
Universität Ulm
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie I
Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg

Projektpartner:

Zentrum für Psychiatrie Südwürttemberg Weissenau Prof. Dr. Tilmann Steinert
Zentrun für Psychiatrie Südwürttemberg Zwiefalten Prof. Dr. Gerhard Längle
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie Tübingen (Bündnis gegen Depression Neckar-Alb e.V.)
Geschäftsstelle des Geriatrischen Zentrums, Osianderstraße 24, 72076 Tübingen
Prof. Dr. A. Batra (Stellv. Ärztl. Direktor)
Prof. Dr. G. Eschweiler (Vorsitzender)
Bezirkskrankenhaus Landshut
Professor Buchner-Straße 22, 84034 Landshut
Priv.-Doz. Dr. Hermann Spießl
Asklepios Klinik Harburg, Abt. Psychiatrie
Eißendorfer Pferdeweg 52, 21075 Hamburg
Dr. Hans-Peter Unger

Hintergrund:

Patienten aus Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie in Deutschland werden vermutlich häufig mit der Empfehlung einer ambulanten oder stationären psychotherapeutischen Weiterbehandlung entlassen. Viele Autoren äußern die Befürchtung, dass solche Patienten mit schwereren Krankheits¬ausprägungen eine Benachteiligung in der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung erfahren. Genauere Daten dazu liegen bisher jedoch nicht vor.

Es ist davon auszugehen, dass diese stationär psychiatrische Klientel aus verschiedenen Gründen, wie beispielsweise Therapiemotivation, Krankheitsschwere, Zuverlässigkeit, Krankenkassenzugehörigkeit und Notwendigkeit pharmakologischer Mitbehandlung, erschwerte Zugangsvoraussetzungen zu ambulanter Psychotherapie hat. Jedoch liegen auch hierzu bisher keine Studien vor, die stationär psychiatrisch behandelte Patienten mit Psychotherapieempfehlung mit der sonstigen ambulanten psychotherapeutischen Klientel vergleichen.

Methodik:

Die Studie wird ab Mai 2009 in vier Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie mit Versorgungsauftrag in Deutschland und Bündnissen gegen Depression durchgeführt. Insgesamt werden 320 Personen mit einer Empfehlung für stationäre oder ambulante Psychotherapie im Anschluss an ihre stationäre psychiatrische Behandlung kurz vor ihrer Entlassung um ihre Teilnahme an der Studie gebeten und ein erstes Interview durchgeführt. Von den Teilnehmern werden zusätzlich der BSI, FERUS, FPTM, SIX und Subskalen aus SEB und NEO-FFI ausgefüllt. Um die Realisierung einer stationär gegebenen Psychotherapieempfehlung ermitteln zu können, werden nach 3 Monaten Telefoninterviews geführt. Dabei werden die Teilnehmer in einem kurzen Interview nach ihren Erfahrungen und dem Erfolg ihrer Umsetzung der Psychotherapieempfehlung befragt.

Fragestellungen:

  • Welche Patienten erhalten nach der Entlassung aus der psychiatrischen Klinik die Empfehlung einer weiterführenden (ambulanten oder stationären) Psychotherapie?
  • Wie wird diese Empfehlung innerhalb von 3 Monaten umgesetzt?
  • Welche Prädiktoren für erfolgreiche/nicht erfolgreiche Realisierung der Versorgungsempfehlung lassen sich identifizieren?
  • Lassen sich Unterschiede zwischen den Kliniken bzw. Versorgungsregionen feststellen?
  • Welche Anbieter für Psychotherapie (Ärzte oder Psychologen, Schwerpunktverfahren) stehen zur Verfügung bzw. werden von welchen Patienten genutzt?
  • Welche Merkmale zeichnen die Patientengruppe mit Psychotherapieempfehlung gegenüber der Gesamtheit der in den Kliniken behandelten Patienten aus?
  • Werden ältere Patienten (> 60 Jahre) besonders selten in eine Psychotherapie aufgenommen?


 

 

zurück - Forschungsnetz psychische Gesundheit zurück    nach oben - Foschungsnetz psychische Gesundheit nach oben letzte Aktualisierung: 13.09.2007